Jonas Keil
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Jonas Keil Jonas Keil 4 Min. Lesezeit

ChatGPT Work vs Claude Cowork: Welches Tool passt?

ChatGPT Work und Claude Cowork sind sich ähnlicher, als man auf den ersten Blick denkt. Beide sind KI-Agenten, die direkt auf deinem Rechner arbeiten, deine Dateien sortieren und dir Präsentationen bauen. Wenn du überlegst, welches der beiden Tools sich für dich lohnt, nehme ich in diesem Artikel die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten durch.

Dieselbe Idee, dieselbe Zielgruppe

Fangen wir mit dem an, was viele überrascht: Vom Konzept und von der Zielgruppe her gibt es zwischen ChatGPT Work und Claude Cowork eigentlich keinen großen Unterschied. Beide richten sich an Knowledge Worker, die die Power eines echten KI-Agenten haben wollen, aber keine Entwickler sind und sich nicht durch die volle Komplexität von Codex oder Claude Code kämpfen möchten.

OpenAI schließt mit ChatGPT Work also die Lücke, die Anthropic schon einige Monate vorher mit Claude Cowork gefüllt hat. Beide Tools sitzen zwischen dem einfachen Chatbot und der vollen Entwickler-Umgebung. Wenn du eines der beiden kennst, wirst du dich im anderen schnell zurechtfinden.

Gegenüberstellung von ChatGPT Work und Claude Cowork: Beide arbeiten auf dem Rechner, unterscheiden sich aber im Hersteller, im Modell und bei einzelnen Funktionen.ChatGPT WorkHersteller: OpenAIModell: GPT-5.6 (Soul, Terra, Luna)Basis: CodexBesonderheit: Sites baut WebseitenGeplante Aufgaben inklusiveClaude CoworkHersteller: AnthropicModell: ClaudeBasis: Claude CodeBesonderheit: Fokus auf DateiarbeitKonnektoren und Aufgaben inklusive

Was beide gleich gut können

Die Grundfunktionen überschneiden sich stark. Beide Tools arbeiten mit einem Ordner auf deinem Rechner als Arbeitsbereich. Beide sortieren zuverlässig ein Chaos aus Rechnungen und Belegen, lesen die Dateien inhaltlich und benennen sie sinnvoll. Ich habe sowohl ChatGPT Work als auch Claude Cowork einen Ordner mit alten Belegen gegeben, und beide haben in wenigen Minuten sauber aufgeräumt.

Auch beim Bauen von Office-Dokumenten nehmen sie sich wenig. Aus einer Excel-Tabelle mit Feedback zaubert ChatGPT Work eine fertige Management-Präsentation, und Claude Cowork macht bei so einer Aufgabe eine ähnlich gute Figur. Wie du das mit dem OpenAI-Tool im Detail machst, steht in der ChatGPT Work Anleitung. Für die Anthropic-Seite gibt es die Claude Cowork Anleitung.

Wo ChatGPT Work punktet

Zwei Dinge gefallen mir bei ChatGPT Work besonders gut. Das erste ist die neue Sites-Funktion. Damit erstellt und hostet das Tool direkt Webseiten, kleine Webanwendungen und sogar Spiele. Aus meinem sortierten Rechnungsordner habe ich mir so ein Ausgaben-Dashboard bauen lassen, das anschließend unter einer eigenen URL erreichbar war. Ein Feature in der Art kenne ich aus keinem anderen Chatbot in dieser Form.

Das zweite ist das neue GPT-5.6-Modell. Es ist gerade bei Datenanalysen und beim Programmieren von Webseiten spürbar besser geworden. Wenn du viel mit Zahlen und Tabellen arbeitest, merkst du diesen Sprung deutlich. Details zu den Modellstufen und zum sinnvollen Denkaufwand habe ich in Was ist ChatGPT Work? beschrieben.

Automatisieren können beide

Ein Punkt, der bei mir im Alltag viel bringt, sind geplante Aufgaben. In ChatGPT Work legst du dir eine Automatisierung an, die zu einem festen Zeitpunkt einen neuen Chat startet und einen von dir vorgegebenen Prompt ausführt. Zum Beispiel jeden Morgen um 6 Uhr die Social-Media-Plattformen nach neuen KI-Entwicklungen durchsuchen und daraus ein Briefing als Datei ablegen. Claude Cowork bringt ähnliche Automatisierungen und Konnektoren mit, sodass sich beide für wiederkehrende Routinen eignen.

Auch bei den Berechtigungen sind sich die Tools ähnlich. In ChatGPT Work stellst du ein, ob der Agent bei jeder Aktion nachfragt, nur bei potenziell unsicheren Aktionen nachfragt oder Vollzugriff bekommt. Für den Anfang empfehle ich die mittlere Stufe, weil sie im Alltag am angenehmsten ist und dich trotzdem bei kritischen Schritten warnt.

Der Datenschutz-Punkt

Ein Thema, das viele unterschätzen: Sobald ein KI-Agent auf deinem Rechner arbeitet, teilst du in der Regel mehr Daten mit dem Anbieter. Bei ChatGPT Work solltest du deshalb direkt in den Datenkontrollen einstellen, dass deine Daten nicht fürs Training verwendet werden. Wichtig zu wissen: DSGVO-konform bist du damit trotzdem nicht. Dafür brauchst du bei OpenAI Stand jetzt einen Enterprise-Plan, denn nur dort bekommst du einen Auftragsverarbeitungsvertrag und eine Datenresidenz in der EU. Wenn du berufliche Daten verarbeitest, ist das ein Punkt, den du bei beiden Tools sauber prüfen solltest, bevor du echte Kundendaten in den Ordner legst.

Wo Claude Cowork die Nase vorn hat

Claude Cowork hat einen klaren Startvorteil: Es gibt das Tool schon länger, es ist eingespielter, und für viele reine Dateiaufgaben fühlt es sich sehr rund an. Wenn dein Hauptanwendungsfall darin besteht, Ordner zu ordnen, Dokumente zu bauen und wiederkehrende Aufgaben zu automatisieren, ist Cowork nach wie vor eine ausgezeichnete Wahl. Was genau dahintersteckt, erkläre ich in Was ist Claude Cowork?.

Ehrlich gesagt ist der Launch von ChatGPT Work keine bahnbrechende neue Entwicklung. Es ist die logische Erweiterung von OpenAIs bestehender Produktpalette, und die kommt eher spät. Genau deshalb steht Claude Cowork bei der reinen Dateiarbeit immer noch sehr stark da.

Mein Fazit: Welches Tool für wen?

Wenn du ohnehin schon tief im OpenAI-Ökosystem steckst, ChatGPT täglich nutzt und viel in Excel arbeitest, dann ist ChatGPT Work der naheliegende nächste Schritt. Besonders die Sites-Funktion und die starke Datenanalyse machen es für Dashboards und Auswertungen attraktiv.

Bist du dagegen im Anthropic-Lager unterwegs oder legst den Fokus auf saubere Dateiarbeit und Automatisierung, bleibt Claude Cowork eine hervorragende Option. Am Ende machen beide Tools im Kern dasselbe. Der beste Rat ist deshalb unspektakulär: Nimm das Tool, dessen Chatbot du sowieso schon jeden Tag benutzt. Wenn du beide noch nicht kennst, lad dir einfach die App herunter, die du schon hast, und probier eine erste Aufgabe aus.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.