Jonas Keil
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Jonas Keil Jonas Keil 6 Min. Lesezeit

Claude Cowork Anleitung: In 5 Schritten arbeitet die KI für dich

Vom Sortieren deiner Dateien bis zur fertigen PowerPoint: Mit Claude Cowork erledigt eine KI Aufgaben direkt auf deinem Rechner. In dieser Claude Cowork Anleitung zeige ich dir die fünf Schritte, mit denen du das Tool einrichtest, deine ersten Aufgaben abgibst und am Ende sogar einen automatischen Morgen-Workflow laufen hast. Alles, was du brauchst, ist die Claude App und ein bisschen Zeit zum Ausprobieren.

Schritt 1: Installieren und einen Arbeitsordner festlegen

Lade dir zuerst die Claude App für den Desktop herunter, du findest sie auf claude.com/download. Betriebssystem auswählen, Installer durchklicken, mit deinem Claude-Konto anmelden. Du brauchst für Cowork aktuell den Pro-, Max- oder Business-Plan von Claude. Ich nutze die 18-Euro-Version, und für meine Zwecke reicht die völlig.

In der App siehst du oben die Leiste mit Chat, Cowork und Code. Ein Klick auf Cowork, und du bist drin.

Bevor du die erste Aufgabe abschickst, legst du fest, wo Cowork überhaupt arbeiten darf. Zugriff auf den kompletten Rechner soll er nämlich nicht bekommen. Erstelle dafür in deinen Dokumenten einen neuen Ordner und nenn ihn zum Beispiel einfach Cowork. Klicke dann in der App auf "In einem Ordner arbeiten", wähle den neuen Ordner aus und bestätige mit "Immer erlauben". Ab jetzt darf Cowork in diesem einen Ordner Dateien erstellen, bearbeiten und löschen. Nur dort.

Schritt 2: Dateien sortieren lassen

Die Grundfunktion testest du am besten mit einem unordentlichen Ordner. Bei mir waren das 62 Rechnungen und Belege aus einem ganzen Jahr, kreuz und quer in einem einzigen Ordner. Den habe ich in den Cowork-Ordner gelegt und geschrieben: "Sortiere die Rechnungen und Belege im Ordner Rechnungen."

Cowork geht dabei erstaunlich strukturiert vor. Er schaut zuerst, was im Ordner liegt, und stellt dann eine Rückfrage: Wie soll sortiert werden? Die Antwortmöglichkeiten gibt er als Multiple Choice vor. Ich habe mich für "nach Kategorie" entschieden.

Dann passiert etwas, das für Cowork typisch ist: Er macht sich einen Plan. Oben rechts siehst du den Fortschritt, in meinem Fall vier Stufen von der Textextraktion aus den PDFs bis zur Überprüfung des Ergebnisses. Nach ungefähr einer Minute lagen alle 62 Dateien in sechs Kategorie-Ordnern. Die Adobe-Rechnung unter Software und KI, die Rechnung für mein Mikrofon unter Hardware und Equipment. Er hat also nicht nach Dateinamen sortiert, die ergaben nämlich keinen Sinn, sondern jede PDF wirklich gelesen.

Schritt 3: Excel-Tabellen und PowerPoints erstellen

Weil Cowork auf Claude Code basiert und im Hintergrund Skripte schreibt, kann er auch Office-Dateien bauen. Meine Testaufgabe: "Suche nach aktuellen Umsatzzahlen der führenden KI-Anbieter und der Projektion für die nächsten fünf Jahre. Speichere das Ergebnis als Excel-Tabelle und lege sie zusammen mit den Quellen in einem separaten Ordner ab."

Wieder macht er zuerst einen Plan, dann arbeitet er ihn ab. Nach rund einer Minute lag im Cowork-Ordner eine Excel-Datei mit Unternehmen, Segmenten und Projektionen bis 2030, dazu ein Tabellenblatt für den Gesamtmarkt und eines mit allen Quellen. Prüfen solltest du die Zahlen trotzdem. Bei mir stimmte die NVIDIA-Zahl für 2025 (130 Milliarden Dollar) mit dem überein, was eine kurze Google-Suche ergab, ebenso die annualisierte Run Rate von OpenAI mit rund 20 Milliarden.

Für PowerPoints funktioniert das Prinzip genauso, nur mit deinen Notizen als Grundlage. Ich habe eine einfache Präsentationsstruktur als Dokument in den Cowork-Ordner gelegt und Cowork gebeten, sie einzulesen. Danach haben wir die Struktur gemeinsam verfeinert: "Erweitere die Struktur und gehe besonders auf die Chancen von Automatisierung durch KI-Agenten in Unternehmen ein. Mache dafür eine kurze Suche."

Erst dann kam der eigentliche Auftrag: die Präsentation erstellen und in einem neuen Ordner ablegen, mit allen Quellen und Notizen in separaten Dateien. Daran hat Cowork etwa zehn Minuten gearbeitet. Das Ergebnis war kein typisches KI-Geschwafel, sondern eine Präsentation mit einer konkreten, recherchierten Zahl samt Quelle auf jeder Folie. Gegenchecken musst du die Zahlen natürlich trotzdem, aber genau dafür liegt die Quellen-Datei gleich daneben.

Schritt 4: Konnektoren verbinden

Cowork kann nicht nur auf deine Dateien zugreifen, sondern über Konnektoren auch auf andere Apps. Klicke auf das Plus, dann auf Konnektoren und auf "Konnektoren verwalten". Dort schlägt dir die App schon einige Dienste zum Verbinden vor, über "Connectors durchsuchen" siehst du die komplette Liste. Und die ist lang.

Ein Beispiel: Beim Google Kalender auf das Plus klicken, mit dem Google-Konto anmelden, fertig. Das dauert keine zehn Sekunden. Danach kannst du fragen "Was steht heute in meinem Kalender an?" und Cowork listet dir alle Termine des Tages auf.

Richtig stark werden Konnektoren in Kombination mit deinen Dateien. Nachdem ich Gmail verbunden hatte, habe ich Cowork gebeten, die Mails der letzten zwei Wochen zu durchsuchen, das Wichtige herauszufiltern und mir eine Notiz zu allem abzulegen, worauf ich noch nicht geantwortet habe. Fünf Minuten später lag die Zusammenfassung im Cowork-Ordner: rund 200 gelesene E-Mails, acht wichtige unbeantwortete gefunden. Ein paar davon hätte ich sonst vermutlich überlesen.

Schritt 5: Geplante Aufgaben einrichten

Mit geplanten Aufgaben wiederholt Cowork eine Aktion in einem festen Rhythmus. Schreib ihm zum Beispiel: "Erstelle bzw. aktualisiere jeden Morgen die Datei persoenlicher-morgen-newsletter.pdf, die mir die wichtigsten KI-News zusammenfasst." Cowork bereitet die Aufgabe vor, du bestätigst mit Enter, und ab dann kommt der Newsletter jeden Morgen um 7 Uhr.

Ich habe mir den ersten Newsletter direkt erstellen lassen, das dauerte etwa drei Minuten. Er beginnt mit "Guten Morgen Jonas", was dem Ganzen einen persönlichen Touch gibt, und die Auswahl der News fand ich gut getroffen. Bis auf einen kleinen Formatierungsfehler gab es nichts zu meckern.

Alles zusammen: dein automatischer Morgen-Workflow

Jetzt greifen die Bausteine ineinander: Cowork arbeitet mit deinen Dateien, Konnektoren verbinden ihn mit deinen Apps, und geplante Aufgaben sorgen für die Wiederholung.

Drei Bausteine von Claude Cowork ergeben zusammen einen automatischen Workflow: Dateien im Arbeitsordner, Konnektoren zu Apps und geplante Aufgaben.Deine DateienPDFs, Excel, NotizenKonnektorenGmail, Google KalenderGeplante Aufgabenz. B. jeden Morgen um 7 UhrAutomatischer WorkflowTermine prüfen, recherchieren, Tagesbriefing im Ordner ablegen

Eine Aufgabe, die alle drei Bausteine verbindet, sieht bei mir so aus: "Jeden Morgen: Gehe in meinen Kalender und prüfe meine Termine und To-dos. Erstelle einen neuen Ordner für den aktuellen Tag. Führe Recherchen durch und erstelle kurze Briefings für jede Aufgabe. Verlinke immer die entsprechenden Quellen."

Cowork hat mir daraufhin erst ein Demo-Briefing für den aktuellen Tag erstellt: für jedes To-do ein konkretes Ziel plus Kurzbriefing mit Quellen. Erst nach meinem Okay hat er den Zeitplan eingerichtet. Ab jetzt liegt das Tagesbriefing jeden Morgen fertig im Ordner, bevor ich überhaupt angefangen habe zu arbeiten.

Wie du jetzt weitermachst

Damit hast du alles, was du für den Start brauchst. Falls du noch mal nachlesen willst, was Cowork eigentlich ist und wie es sich vom normalen Claude unterscheidet: Das steht im Grundlagen-Artikel Was ist Claude Cowork?. Und wenn du sehen willst, was mit KI-Agenten sonst noch möglich ist, wirf einen Blick auf meine KI-Agenten-Beispiele. Bau dir als Erstes einen Workflow, den du wirklich jeden Tag brauchst. Der Rest kommt beim Ausprobieren.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.