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Claude Code für Anfänger: Der komplette Einstieg

Claude Code für Anfänger: Der komplette Einstieg – YouTube Video

Claude Code für Anfänger, das klingt erstmal nach einem Widerspruch. Ein Programmier-Tool für Leute, die nicht programmieren können? Genau so ist es gemeint. Du musst in Claude Code keine einzige Zeile Code schreiben, und trotzdem baust du dir damit eigene kleine Apps. In diesem Artikel bekommst du den kompletten Einstieg: dein erster Auftrag, die Arbeitsmodi, das Kontextfenster und GitHub. Am Ende baust du erste kleine Apps selbst.

Kurz vorweg: Womit du es hier zu tun hast

Claude Code ist ein KI-Agent von Anthropic, der Firma hinter dem Chatbot Claude. Erschienen ist er im Februar 2025, ursprünglich als Werkzeug für Entwickler. Inzwischen nutzen ihn längst nicht mehr nur Entwickler, denn das Tool sortiert genauso gut Dateien auf deinem Rechner, erstellt PowerPoints oder baut Excel-Tabellen. Der Umsatz liegt mittlerweile bei 2,5 Milliarden Dollar, und Claude Code gilt als eines der am schnellsten wachsenden Entwickler-Tools der Geschichte.

Den wichtigsten Unterschied zum normalen Chatbot merkst du dir am besten so: Einem Chatbot stellst du Fragen, einem Agenten gibst du Aufträge. Falls du erst einmal wissen willst, was das Tool überhaupt ist und ob es sich für dich lohnt, lies vorher Was ist Claude Code?

Du würdest deinem Entwickler ja auch nicht die Tastatur aus der Hand nehmen und sagen: „Komm, ich mach das mal." Alles, was du für Claude Code können musst, ist Deutsch. Und du musst lernen, wie du dem Agenten richtige Anweisungen gibst. Genau das machen wir jetzt.

Die Voraussetzungen

Du brauchst die Claude App für Mac oder Windows, ein Anthropic-Konto und den Pro Plan für 17 $ im Monat. Der Free Plan reicht für Claude Code nicht aus. Glaub mir, gerade am Anfang lohnt sich das als Investition in deine Bildung, und das Geld hast du schnell wieder raus.

Es gibt mehrere Wege, Claude Code zu benutzen, etwa im Terminal oder in einer Entwicklungsumgebung. Für den Anfang empfehle ich dir die Claude App, weil sie am intuitivsten ist. Die komplette Einrichtung mit allen Klicks findest du in der Claude-Code-Anleitung für Einsteiger. Die Kurzfassung: App installieren, anmelden, oben links in der Seitenleiste auf das Code-Symbol klicken. Die Oberfläche wird etwas dunkler, und du bist drin.

Beim Modell musst du für den Anfang nichts ändern. Standardmäßig ist Opus mit zusätzlicher Denkzeit ausgewählt, und damit fährst du in der Regel am besten. Wenn deine Aufgabe nicht besonders komplex ist und du Token sparen willst, wechselst du auf Sonnet mit mittlerem Denken.

Der erste Prompt: Claude Code braucht einen Ordner

Wenn du deine erste Nachricht abschickst, bekommst du vermutlich einen Fehler. Das verwirrt viele, hat aber einen einfachen Grund: Claude Code muss immer in einem Ordner arbeiten. Er braucht einen Ort, an dem er Excel-Tabellen, PDFs oder Webseiten für dich ablegen kann.

Leg dir also zum Beispiel in deinen Dokumenten einen neuen Ordner an. Bei mir heißt er „Claude Projekte". Dann klickst du in Claude Code unter der Chatleiste auf das Symbol „Weiteren Ordner hinzufügen", wählst deinen Ordner aus und bestätigst mit „Öffnen". Ab jetzt darf Claude Code dort Dateien erstellen und bearbeiten.

Zum Warmwerden kannst du eine ganz normale Frage stellen, etwa: „Recherchiere fünf Dinge für mich, die ich in Berlin machen kann." Claude Code fragt dich um Erlaubnis für die Websuche, liefert dann die Antwort und legt die Quellen gleich mit dazu. Am Ende des Tages ist er eben auch ein Chatbot. Spannend wird es erst mit echten Aufträgen.

Vom Auftrag zur ersten eigenen App

Ein Auftrag beschreibt, was am Ende existieren soll. Ein Beispiel, das ich genau so getestet habe: „Baue mir ein Tool, das Meeting-Notizen mit einer lokalen KI auf meinem Rechner aufbereiten kann und sie dann in eine schöne PDF-Vorlage überträgt." Nach ungefähr fünf Minuten hatte ich eine kleine Browser-App: links Rohnotizen einfügen, rechts kommt ein fertiges Protokoll mit Beschlüssen und Action Items heraus. Die Meeting-Daten haben meinen Rechner dabei nie verlassen, weil ein lokales Open-Source-Modell die Arbeit gemacht hat.

Für so ein Tool hättest du vor ein paar Jahren einen Entwickler beauftragt und mehrere tausend Euro bezahlt. Während Claude Code baut, wird er dich immer wieder um Erlaubnis fragen. Wie oft er das tut, steuerst du selbst, und damit sind wir beim wichtigsten Kapitel für Anfänger.

Die fünf Arbeitsmodi

Unten in der Chatleiste findest du die Einstellung für die Arbeitsmodi. Insgesamt gibt es fünf, am Anfang sind drei davon freigeschaltet.

Die fünf Arbeitsmodi von Claude Code, angeordnet von voller Kontrolle bis voller Autonomievolle Kontrollevolle AutonomiePlan-Modusliest und plant nur,ändert nichtsUm Erlaubnisfragenfragt bei fastjeder Aktion(Standard)Änderungenakzeptierenarbeitet selbst,fragt bei BefehlenEmpfehlung für den AnfangAuto-Modusentscheidet selbst,was sicher istBerechtigungenumgehenfragt nie nach,Profi-Modus

Der Standard ist der Modus „Um Erlaubnis fragen". Hier meldet sich Claude bei so gut wie jeder Aktion: Datei erstellen, Datei bearbeiten, Befehl ausführen. Das ist sehr sicher, wird auf Dauer aber ziemlich nervig.

Deshalb gibt es „Änderungen akzeptieren". In diesem Modus bearbeitet und erstellt Claude Dateien selbständig, fragt aber bei sensiblen Aktionen wie Terminal-Befehlen weiterhin nach. Das ist der Modus, den ich dir für den Anfang empfehle.

Der dritte ist der Plan-Modus. Hier darf Claude gar nichts verändern. Er liest Dateien ein, analysiert Code und erstellt einen Plan, den du dann prüfst, bevor in einem anderen Modus gebaut wird. Für größere Projekte später Gold wert.

Zwei weitere Modi schaltest du in den Einstellungen frei: Seitenleiste, Profil, Einstellungen, Reiter Claude Code. Der Auto-Modus ersetzt dann „Änderungen akzeptieren" und ist praktisch dessen Weiterentwicklung. Claude entscheidet selbst, welche Befehle sicher sind und bei welchen er dich lieber noch einmal fragt. Und dann gibt es „Berechtigungen umgehen". In diesem Modus darf Claude alles, ohne dich je zu fragen. Den solltest du für den Anfang auf keinen Fall verwenden.

Zur Einordnung aus meiner eigenen Arbeit: Mir ist mit Claude Code vielleicht zwei-, dreimal passiert, dass er etwas veröffentlicht hat, das ich noch nicht bestätigt hatte. Das waren völlig harmlose Dinge, und nichts davon war unumkehrbar. Trotzdem entwickelst du erst nach ein paar Wochen ein Gefühl dafür, wie vorsichtig der Agent arbeitet. Bis dahin bleib bei „Änderungen akzeptieren".

Das Kontextfenster: meine 100.000-Token-Regel

Unten rechts in Claude Code siehst du einen kleinen blauen Kreis. Ein Klick darauf zeigt dir, wie voll dein Kontextfenster ist, also wie viel von dem, was Claude maximal auf einmal verarbeiten kann, dein Chat schon belegt. Insgesamt steht dir eine Million Token zur Verfügung. An derselben Stelle siehst du auch deine Plan-Nutzung, denn bei Anthropic gibt es ein 5-Stunden-Limit und ein wöchentliches Limit.

Meine Daumenregel: Lass deinen Chat nie über 100.000 Token wachsen. Der Grund ist simpel. Claude liest bei jeder neuen Nachricht den gesamten bisherigen Chat mit ein. Je länger der Chat, desto mehr von deinem Kontingent frisst jede weitere Nachricht. Bei 10.000 Token merkst du davon nichts. Bei 900.000 Token belastet jede einzelne Nachricht deine Limits deutlich.

Wenn du bei 100.000 bis 150.000 Token ankommst, lass dir von Claude eine Zusammenfassung schreiben, kopiere sie und starte damit einen frischen Chat. Zurücksetzen kannst du mit dem Befehl /clear oder indem du eine neue Session öffnest. Das Schöne daran: Über deinen Projektordner hat Claude Code weiterhin Zugriff auf alle Dateien, und die reichen ihm in der Regel als Kontext, um direkt weiterzuarbeiten.

Slash-Befehle und Spracheingabe

Wenn du in der Chatleiste einen Schrägstrich eingibst, taucht eine ganze Reihe von Befehlen auf. /clear kennst du jetzt schon. /stats zeigt dir, wie viel du in letzter Zeit mit Claude Code gearbeitet hast. Und mit /btw stellst du eine Zwischenfrage, die nichts mit deinem Projekt zu tun hat, ohne die laufende Session zu beeinflussen. Ehrlich gesagt stammen diese Befehle aus der Terminal-Welt, in der App ist der Zeitgewinn eher marginal. Kennen solltest du sie trotzdem.

Was dagegen wirklich Zeit spart, ist die Spracheingabe. Du kannst noch so schnell tippen, eingesprochen bist du schneller. Claude Code hat eine eingebaute Audiofunktion, die ich aber nicht perfekt finde. Ich nutze stattdessen Wispr Flow, eine App, die Gesprochenes zuverlässig in Text verwandelt.

GitHub: dein Sicherheitsnetz

Ein Thema verwirrt Anfänger regelmäßig: GitHub. Dabei ist die Idee einfach. GitHub ist ein Server im Internet, auf dem verschiedene Versionen deines Codes gespeichert werden. Wenn du lokal Apps baust, machst du irgendwann eine Änderung, nach der etwas nicht mehr funktioniert, und dann willst du zurückspulen können. Genau das leistet Versionierung: Git speichert die Versionen, GitHub ist sozusagen das Git für die Cloud.

Dein Code wird dabei nicht öffentlich. Du legst ein privates Repository an, einen Ordner in der Cloud, auf den nur du Zugriff hast. Das Einrichten übernimmt Claude Code für dich. Erstelle einen Account auf github.com und schreib dann in den Chat: „Bitte verbinde dieses Projekt mit GitHub und erstelle ein privates Repository, auf das nur ich Zugriff habe." Claude verbindet sich automatisch, eventuell erscheint noch ein Anmeldefenster, mehr musst du nicht tun.

Am Anfang wirkt GitHub wie eine unnötige Erweiterung. Ich kann dir versprechen: Je mehr du mit Claude Code arbeitest, desto klarer wird dir, warum dieses Tool zu den absoluten Basics gehört.

Dein nächster Schritt

Damit steht dein Fundament: Du weißt, wie Claude Code tickt, welcher Arbeitsmodus zu dir passt und wie du dein Kontextfenster im Griff behältst. Such dir jetzt eine echte kleine Aufgabe aus deinem Alltag und gib sie Claude Code als Auftrag. Falls dir noch die Idee fehlt, findest du in meinen Claude-Code-Beispielen aus der Praxis drei Projekte zum Nachbauen.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.