Claude Code einrichten – die Anleitung für Einsteiger (2026)
Claude Code ist einer der KI-Agenten, die gerade die Art verändern, wie Millionen Menschen arbeiten. Die gute Nachricht: Du musst dafür keine einzige Zeile Code schreiben. In dieser Anleitung richtest du Claude Code Schritt für Schritt ein und baust am Ende dein erstes eigenes Tool, von der App-Installation bis zum fertigen Ergebnis.
Falls du noch nicht sicher bist, was Claude Code überhaupt ist und ob es sich für dich lohnt: Das habe ich in einem eigenen Artikel erklärt, Was ist Claude Code?
Was du brauchst
Die Einstiegshürde ist niedriger, als viele denken. Du brauchst genau drei Dinge:
- Die Claude App für deinen Computer (Mac oder Windows)
- Ein Anthropic-Konto, mit dem du dich in der App anmeldest
- Den Claude Pro Plan für etwa 20 $ im Monat
Der Pro Plan ist die einzige laufende Investition. Gerade am Anfang lohnt sich das als Investition in deine Weiterbildung, denn du bekommst damit alles, was du brauchst, um Claude Code produktiv zu nutzen.
Es gibt mehrere Wege, Claude Code zu verwenden. Vielleicht hast du es schon mal im Terminal oder in einer Entwicklungsumgebung gesehen. Für den Einstieg empfehle ich dir den einfachsten Weg: Claude Code direkt in der Claude App. Das ist am intuitivsten und du musst nichts zusätzlich installieren.
Schritt 1: App installieren und in Claude Code wechseln
Lade dir die Claude App herunter und melde dich mit deinem Anthropic-Konto an. Was du nach dem Start siehst, ist der normale Claude Chatbot.
Um in Claude Code zu wechseln, klickst du oben links auf das Code-Symbol. Die Oberfläche sieht ähnlich aus wie der normale Claude: unten die Chatleiste, links der Chatverlauf, und unten kannst du das Modell auswählen.
Beim Modell gilt für den Anfang: Lass die Standardeinstellung (aktuell Opus mit hohem Denkaufwand) einfach so. Wenn du später Kosten sparen willst oder eine Aufgabe nicht zu komplex ist, kannst du auf ein schnelleres Modell wie Sonnet wechseln.
Schritt 2: Einen Projektordner anlegen
Das ist der Schritt, an dem die meisten Einsteiger zum ersten Mal stolpern: Claude Code muss immer in einem Ordner arbeiten. Er braucht einen Ort, an dem er später deine Excel-Tabellen, PDFs oder kleinen Programme ablegen kann.
Mein Setup, das sich bewährt hat:
- Erstelle einen Ordner „Claude Code", zum Beispiel in deinen Dokumenten
- Lege darin pro Projekt einen eigenen Unterordner an, etwa „Neues Projekt"
In Claude Code gehst du dann auf „Ordner auswählen", öffnest deinen Projektordner, und fertig. Ab jetzt kann Claude auf alle Dateien in diesem Ordner zugreifen und dort neue Dateien erstellen.
Übrigens: Du kannst Claude Code auch ganz normale Fragen stellen, wie dem klassischen Chatbot. Schreib testweise „Recherchiere 5 Dinge für mich, die ich in Berlin machen kann", und er liefert dir eine Antwort. Der eigentliche Unterschied zeigt sich erst, wenn du ihm Aufträge gibst.
Schritt 3: Dein erster richtiger Auftrag
Jetzt wird es spannend. Statt einer Frage gibst du Claude Code einen Arbeitsauftrag. Ein Beispiel, das ich genau so getestet habe:
Baue mir ein Tool, das Meeting-Notizen mit einer lokalen KI auf meinem Rechner aufbereiten kann und sie dann in eine schöne PDF-Vorlage überträgt, die du bitte schon vorbereitest.
Was dann passiert, ist typisch für Claude Code: Er fängt an zu arbeiten und stellt zwischendurch Rückfragen, ob er bestimmte Dinge tun darf, etwa Dateien erstellen oder Befehle ausführen. Für den Anfang kannst du hier auf „Immer erlauben" gehen. Welche Berechtigungsmodi es gibt und welcher wann sinnvoll ist, habe ich im Artikel über die wichtigsten Claude-Code-Funktionen aufgeschlüsselt.
Nach etwa fünf Minuten war das Tool in meinem Test fertig: eine kleine App im Browser, links Notizen einfügen, rechts kommt das fertige Protokoll als PDF heraus. Mit Beschlüssen, Action Items und nächsten Schritten, automatisch abgeleitet aus den rohen Notizen. Und weil das Tool mit einem lokalen KI-Modell arbeitet, verlassen die Daten dabei nicht den eigenen Rechner, was es DSGVO-konform macht.
Für so ein Tool hättest du früher wahrscheinlich mehrere tausend Euro bezahlt. Heute baust du es dir mit Claude Code und einem 20-$-Plan selbst, ohne eine Zeile Code zu schreiben.
Schritt 4: Der Workflow für eigene Projekte
Wenn du ein neues Projekt startest, sieht der Ablauf immer gleich aus:
- Neue Session öffnen (über das Plus-Symbol)
- Neuen Projektordner anlegen und in Claude Code auswählen
- Den Auftrag formulieren, so konkret wie möglich
Ein Beispiel für einen guten Auftrag:
Bitte erstelle ein kleines Programm, das ich im Browser öffnen kann und das mit Mistral OCR PDF-Dateien einliest und in eine Excel-Tabelle umwandelt.
Je konkreter du wirst (gewünschtes Modell, gewünschtes Format, gewünschter Ablauf), desto besser das Ergebnis. In meinem Test hat Claude Code daraus in unter zwei Minuten einen funktionierenden PDF-Scanner gebaut, der eine Lieferantenrechnung fehlerfrei in eine Excel-Tabelle übertragen hat.
Ein Tipp, der den Workflow massiv beschleunigt: Sprich deine Aufträge ein, statt sie zu tippen. Claude Code hat eine integrierte Spracheingabe; ich selbst nutze dafür die App Wispr Flow, weil sie noch zuverlässiger transkribiert. Du wirst beim Einsprechen immer schneller sein als beim Tippen, vor allem bei längeren Aufträgen.
Die häufigsten Stolpersteine am Anfang
- „Es kommt ein Fehler beim ersten Prompt": Fast immer fehlt der Arbeitsordner. Erst Ordner auswählen, dann Auftrag senden.
- Fragen statt Aufträge: Dem normalen Claude stellst du Fragen. Claude Code gibst du Aufträge. Formuliere, was am Ende existieren soll, nicht nur, was dich interessiert.
- Zu lange Chats: Wenn ein Chat sehr lang wird, arbeite mit einer neuen Session weiter. Claude Code hat über deinen Projektordner weiterhin Zugriff auf alle Dateien und kann dort meist ohne lange Erklärung weitermachen.
Wie es weitergeht
Mit der Einrichtung und deinem ersten Tool hast du das Fundament. Als Nächstes lohnt es sich, die Arbeitsmodi, das Kontextfenster und die Zusammenarbeit mit GitHub zu verstehen, damit du auch größere Projekte sauber umsetzen kannst. Genau darum geht es im Artikel Claude Code richtig nutzen: Arbeitsmodi, Slash-Befehle und Tipps.