Claude Grundkurs: In 5 Schritten vom Einsteiger zum Profi
Claude von Anthropic ist die beste KI, wenn du ein Tool suchst, das dir jeden Tag Zeit spart und Arbeit abnimmt. Dieser kostenlose Claude Grundkurs bringt dich in fünf Schritten vom kompletten Beginner zum souveränen Nutzer. Du brauchst kein Vorwissen, die Schritte bauen aufeinander auf, und am Ende lässt du Claude direkt in Excel für dich arbeiten.
Schritt 1: Die absoluten Grundlagen
Registrier dich zuerst kostenlos auf claude.ai. Der Aufbau ist praktisch derselbe wie bei ChatGPT oder Gemini: In der Mitte sitzt eine Textbox, und über die stellst du deine Anfragen, die sogenannten Prompts.
Für den Anfang eignet sich etwas Einfaches, zum Beispiel: "Erzähl mir etwas Interessantes über meine Heimatstadt." Stadt einsetzen, Enter drücken, fertig. Claude überlegt kurz und listet dir Fakten auf, mit denen du beim nächsten Besuch garantiert punkten kannst.
Wichtig zu verstehen: Jede Konversation speichert Claude als eigenen Chat. Über die Seitenleiste oben links siehst du alle vergangenen Gespräche und springst zwischen ihnen hin und her. Und hier passiert auch schon der häufigste Anfängerfehler, nämlich alles in einen einzigen Chat zu schreiben. Das verwirrt die KI und du bekommst schlechtere Ergebnisse. Merk dir deshalb: neues Thema, neuer Chat.
Schritt 2: Die Funktionen, die dir Arbeit abnehmen
Als Erstes solltest du wissen, dass es nicht das eine Claude-Modell gibt. Claude ist eine Modellfamilie mit drei Mitgliedern, die du unten rechts in der Chatleiste auswählst: Opus ist das leistungsstärkste Modell, dafür das langsamste und nur in der Pro-Version verfügbar. Sonnet ist der Allrounder für tägliche Aufgaben. Haiku ist das schnellste Modell, geht aber nicht so in die Tiefe.
Den Unterschied habe ich mit einem Test sichtbar gemacht: Beide Modelle sollten einen kurzen Bericht über KI im Arbeitsalltag schreiben. Haiku war nach rund zehn Sekunden fertig, sauber formuliert, aber ohne Tiefgang. Opus brauchte spürbar länger und baute dafür echte Studien ein, unter anderem eine Untersuchung von Microsoft und LinkedIn aus 2024, laut der 75 Prozent der Wissensarbeiter bereits KI-Tools nutzen. Den Link zur Quelle gab es auf Nachfrage dazu. Wenn du Opus hast, nutz Opus. Sonst reicht Sonnet in der Regel aus.
Die zweite Funktion ist die Websuche. Über das Plus-Symbol in der Chatleiste schaltest du den Haken bei "Websuche" ein oder aus. Ich habe Claude eine Tabelle der zehn größten DAX-Unternehmen mit ihren Umsätzen für 2024 erstellen lassen: Er hat dafür etwa 70 Quellen durchsucht, in weniger als 30 Sekunden, und gleicht die Quellen dabei gegeneinander ab. Die Stichprobe stimmte, den Volkswagen-Umsatz von rund 324 Milliarden Euro nennt der Konzern selbst genauso.
Drittens der Dateiupload: Über das Plus und "Dateien und Fotos hinzufügen" gibst du Claude PDFs, Excel-Tabellen, Word-Dokumente oder CSV-Dateien mit. Mein Tipp dabei: Drück unten links auf das Stoppuhr-Symbol. Das aktiviert den erweiterten Nachdenkmodus, Claude nimmt sich dann mehr Zeit für die Datei und antwortet besser. Ich habe so eine umfangreiche Gesundheitsstudie hochgeladen, mir die fünf wichtigsten Erkenntnisse in einfachen Worten zusammenfassen lassen und danach gezielte Rückfragen gestellt. Claude hat dabei sogar offen gesagt, dass die Studie keine definitiven Ursachen nennt, statt einfach etwas zu erfinden.
Und dann ist da noch die Funktion, die Claude besonders auszeichnet: technische Hilfe. Wenn dein PC langsam ist, der Drucker spinnt oder eine Software streikt, gehst du das in zwei Schritten an. Erst beschreibst du das Problem allgemein ("Mein MacBook ist seit kurzem langsam. Woran kann das liegen?") und bekommst eine Anleitung zur Diagnose. Dann schickst du Screenshots hinterher, auf Windows mit Windows-Taste + Shift + S aufnehmen und mit Strg + V in den Chat einfügen. Bei mir hat Claude allein am Screenshot des Aktivitätsmonitors erkannt, dass der Arbeitsspeicher am Limit war, samt Liste der Übeltäter. Dauer: unter einer Minute.
Schritt 3: Claude personalisieren
Standardmäßig klingt KI immer gleich und generisch. Damit sich E-Mails und Berichte aus Claude nach dir anhören, gibt es drei Stellschrauben.
Die Präferenzen findest du über dein Profil-Icon unter Einstellungen im Reiter Allgemein. Dort steht eine Textbox mit der Frage, welche persönlichen Präferenzen Claude in Antworten berücksichtigen soll. Alles, was du hier einträgst, gilt für jeden einzelnen Chat. Genau deshalb rate ich zur Zurückhaltung: Schreib nur Dinge rein, die wirklich immer gelten sollen. Ich hinterlege dort zum Beispiel, dass ich Mac-Nutzer bin und technische Anleitungen für macOS haben möchte, nicht für Windows.
Die Stile sind die softere Variante. Über das Plus in der Chatleiste und "Stil verwenden" wählst du zwischen Normal, Lernen, Prägnant, Erklärend und Formell. Spannender ist der eigene Stil: Unter "Stile erstellen und bearbeiten" lädst du ein Schreibbeispiel von dir hoch, etwa alte Texte als PDF, und Claude analysiert daraus, wie du schreibst. Ich habe das mit meinen Skripten gemacht. Das Ergebnis klang deutlich mehr nach mir, wenn auch nicht perfekt.
Meine Lieblingsfunktion sind die Erinnerungen. Du startest einen Prompt einfach mit "Bitte erstelle eine Erinnerung" und sagst Claude, was er sich merken soll. Ich habe als Test hinterlegt, dass ich bei Reisen nur Verbindungen mit Auto oder Bahn vorgeschlagen bekommen will. Danach hat Claude selbst bei der Strecke von Frankfurt nach Madrid, wo der Flug klar am günstigsten wäre, nur Auto und Bahn verglichen. Löschen kannst du Erinnerungen in den Einstellungen im Reiter Fähigkeiten unter dem Punkt Speicher. Etwas umständlich zu finden, aber es funktioniert.
Schritt 4: Sicher und produktiv arbeiten
Bevor du mit Claude ernsthaft arbeitest, pass eine Einstellung an: Geh in den Einstellungen auf den Reiter Datenschutz und stell den Schalter "Hilft dabei, Claude zu verbessern" aus. Sonst trainiert Anthropic standardmäßig neue Modelle auf deinen Chats. Für private Themen oder schnelles Nachschlagen empfehle ich zusätzlich den Inkognito-Modus über das Geist-Symbol oben rechts. Diese Chats tauchen nicht in deiner Seitenleiste auf und werden nicht dauerhaft gespeichert.
Dann zu den Projekten, einer enorm nützlichen Funktion für wiederkehrende Aufgaben. Ein Projekt ist ein Ort für deine Chats, in den du Dateien und Anweisungen legst, die dann für alle Chats im Projekt gelten. Ich habe mir als Beispiel einen LinkedIn-Post-Generator gebaut: alte Posts als PDF hochgeladen, eine Studie dazugelegt und als Anweisung hinterlegt, dass sich Claude beim Schreiben an den vergangenen Posts orientieren soll. Danach hat er mir in etwa 30 Sekunden einen neuen Post erstellt, im gleichen Aufbau wie meine alten: Story am Anfang, Kernerkenntnisse, Abschlussfrage. Praktisch: Statt Dateien manuell hochzuladen, kannst du im Projekt auch Google Drive oder GitHub verbinden.
Zum Schluss dieses Schritts das Programmieren. Keine Sorge, du musst dafür kein Technik-Freak sein, du beschreibst nur, was du brauchst. Für eine Umsatz-Szenarioplanung eines Handwerksbetriebs mit zwei Leistungsbereichen hat Claude mir in unter zwei Minuten ein interaktives Dashboard gebaut, mit Parametern, die ich direkt anpassen kann. Eine einfache Vereinswebsite mit Kontaktformular stand in rund einer Minute, und auf Nachfrage gab es eine Beginner-Anleitung samt Checkliste, wie die Seite in etwa zwei Stunden bei Google auffindbar wird. Wenn dich das packt, ist der Agent Claude Code die nächste Stufe.
Schritt 5: Claude in Excel
Für mich eine absolute Killerfunktion, die inzwischen in der Pro-Version für 20 Euro im Monat steckt und vorher nur Max-Nutzern vorbehalten war: Claude arbeitet direkt in deinen Excel-Tabellen, geht durch deine Sheets und behebt Fehler.
Die Einrichtung läuft über den Microsoft Marketplace. Dort rufst du "Claude für Excel" ab, öffnest es in Excel und meldest dich einmal an. Danach findest du oben den Button "Open Claude", falls du das Chatfenster mal schließt. Wichtig sind die zwei Modi: Bei "Ask before edits" fragt Claude vor jeder Änderung nach, bei "Accept all edits" ändert er Tabellen direkt, wie er es für richtig hält. Der Ask-Modus ist die sichere Wahl.
Was dann geht, hat mich wirklich beeindruckt. Claude hat mir eine formatierte Tabelle der zehn größten DAX-Unternehmen erstellt und auf Zuruf Spalten für Mitarbeiter und Umsatz 2024 ergänzt, die Daten hat er selbst im Internet recherchiert. Die Stichprobe passte: Claude nannte für SAP 34,2 Milliarden Euro Umsatz, die Google-Suche liefert 34,17 Milliarden. Danach hat er mir in etwa einer Minute ein dynamisches Chart mit den Aktienkursen der fünf größten DAX-Unternehmen von 2014 bis 2024 gebaut, Basis 100 Punkte. Ändere ich einen Wert in der Tabelle, springt das Chart sofort mit.
Auch bei Fehlern hilft das Add-in. Ich habe absichtlich einen Zirkelbezug in eine Summenformel eingebaut und nur geschrieben: "In meiner Tabelle ist ein Fehler. Bitte behebe ihn." Keine zehn Sekunden später war die Formel gefunden, erklärt und korrigiert.
Dein nächster Schritt
Geh die fünf Schritte in deinem Tempo durch und probier jede Funktion einmal selbst aus, das bringt mehr als jede Theorie. Wenn du erst noch die Grundlagen sortieren willst, lies vorher Was ist Claude? Und sobald der Alltag mit Claude sitzt, findest du in den Claude-Tricks für Anfänger weitere Kniffe, die auf diesem Grundkurs aufbauen.