Was ist Claude? Der KI-Assistent von Anthropic erklärt
Was ist Claude? Die kurze Antwort: Claude ist der KI-Assistent der Firma Anthropic, und für mich ist er die beste KI für produktives Arbeiten. In diesem Artikel erkläre ich dir ohne Technik-Sprech, was Claude kann, welche Modelle dahinterstecken, was das kostet und warum du Claude nicht mit Claude Code verwechseln solltest.
Die kurze Antwort
Claude ist ein KI-Chatbot, genau wie ChatGPT oder Gemini. Du öffnest claude.ai im Browser, registrierst dich kostenlos und tippst deine Frage in die Textbox in der Mitte. Solche Anfragen nennt man Prompts. Claude überlegt kurz und antwortet.
Mehr braucht es für den Anfang nicht. Meine erste Testfrage war "Erzähl mir etwas Interessantes über meine Heimatstadt", und ein paar Sekunden später hatte ich Fakten über Potsdam, die ich selbst noch nicht kannte.
Jedes Gespräch speichert Claude als eigenen Chat in der Seitenleiste. Ein Tipp gleich vorweg: Fang für jedes neue Thema einen neuen Chat an. Alles in einen einzigen Chat zu schreiben verwirrt die KI nur, und die Ergebnisse werden spürbar schlechter.
Claude, Claude Code und OpenClaw: Wer ist wer?
Hier entsteht die meiste Verwirrung, also räumen wir das direkt auf. Claude ist der Assistent, mit dem du im Browser chattest. Dieselben KI-Modelle stecken aber auch in Agenten wie Claude Code oder OpenClaw.
Der Unterschied passt in einen Satz: Claude beantwortet deine Fragen im Chat, ein Agent wie Claude Code arbeitet selbstständig auf deinem Rechner und erledigt komplette Aufträge. Was das genau heißt, liest du im Artikel Was ist Claude Code? Wenn dir jemand von "Claude" erzählt, meint er meistens den Assistenten, um den es hier geht.
Die drei Modelle: Haiku, Sonnet und Opus
Es gibt nicht das eine Claude-Modell. Claude ist eine Modellfamilie mit drei Mitgliedern, und du wählst direkt in der Chatleiste aus, welches antworten soll.
Haiku ist das schnellste Modell, dafür nicht so leistungsstark. Sonnet ist der Allrounder für tägliche Aufgaben. Opus ist das leistungsstärkste Modell, antwortet aber am langsamsten und ist nur in der Pro-Version verfügbar.
Wie groß der Unterschied wirklich ist, habe ich getestet: Ich habe Haiku und Opus denselben kurzen Bericht über KI im Arbeitsalltag schreiben lassen. Haiku war nach etwa zehn Sekunden fertig. Der Text war ordentlich, blieb aber an der Oberfläche. Opus brauchte deutlich länger, baute dafür echte Quellen ein, etwa eine Untersuchung von Microsoft und LinkedIn aus 2024, nach der 75 Prozent der Wissensarbeiter bereits KI-Tools nutzen. Auf Nachfrage lieferte Opus sogar den Link zur Studie, und die Zahl stand tatsächlich drin.
Meine Empfehlung: Wenn du Zugriff auf Opus hast, nimm Opus. Die längere Antwortzeit lohnt sich. In der Gratis-Version bist du mit Sonnet aber gut bedient.
Was kann Claude im Alltag?
Claude durchsucht auf Wunsch das Internet. Für eine Tabelle der zehn größten DAX-Unternehmen mit ihren Umsätzen hat Claude bei mir rund 70 Quellen ausgewertet, in weniger als 30 Sekunden. Er stützt sich dabei nicht auf eine einzige Quelle, sondern gleicht mehrere ab und erkennt Widersprüche.
Du kannst außerdem Dateien hochladen, also PDFs, Excel-Tabellen oder Word-Dokumente, und Claude arbeitet damit. Ich habe testweise eine vollgepackte Gesundheitsstudie hochgeladen und mir die fünf wichtigsten Erkenntnisse in einfachen Worten zusammenfassen lassen. Danach konnte ich Rückfragen stellen, und Claude hat ehrlich gesagt, wo die Studie keine definitiven Ursachen nennt, statt sich etwas auszudenken. Genau diese Ehrlichkeit schätze ich an Claude.
Richtig stark ist Claude bei technischen Problemen. Wenn dein Rechner langsam ist oder der Drucker spinnt, beschreibst du erst das Problem und schickst dann Screenshots hinterher. Bei meinem Test hat Claude allein anhand eines Screenshots vom Aktivitätsmonitor erkannt, dass mein Arbeitsspeicher am Limit war, und mir gezeigt, welche Programme ich schließen sollte. Das Ganze hat keine Minute gedauert.
Und Claude programmiert für dich, ohne dass du Code verstehen musst. Ein interaktives Umsatz-Dashboard war bei mir in weniger als zwei Minuten fertig, eine einfache Vereinswebsite mit Kontaktformular in etwa einer Minute. Mit dem Add-in Claude für Excel arbeitet die KI sogar direkt in deinen Tabellen und behebt dort Formelfehler.
Was kostet Claude?
Für den Einstieg reicht die Gratis-Version völlig. Du registrierst dich auf claude.ai und nutzt Sonnet, ohne einen Cent zu zahlen.
Die Pro-Version kostet rund 20 Euro im Monat. Dafür bekommst du Zugriff auf Opus und auf Claude für Excel. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie oft du mit KI arbeitest. Ich nutze Claude täglich, für mich ist die Rechnung eindeutig.
Claude oder ChatGPT?
In den Grundfunktionen nehmen sich die beiden wenig. Chats, Websuche, Dateiupload, das können beide. Claude punktet für mich vor allem beim technischen Verständnis, also überall dort, wo es um PC-Probleme, Software oder Programmieren geht. Dazu kommt der ehrliche Umgang mit Quellen. Den ausführlichen Vergleich findest du im Artikel Claude vs. ChatGPT.
Wie du am besten startest
Registrier dich kostenlos auf claude.ai und stell deine erste Frage. Mehr braucht es nicht, um ein Gefühl für das Tool zu bekommen. Wenn du danach systematisch weiterlernen willst: Im Claude Grundkurs führe ich dich in fünf Schritten von den Grundlagen bis zu dem Punkt, an dem Claude direkt in Excel für dich arbeitet.