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Claude Tricks: 7 Funktionen, die kaum jemand kennt

Claude Tricks: 7 Funktionen, die kaum jemand kennt – YouTube Video

Die meisten nutzen Claude weit unter seinen Möglichkeiten. Deshalb zeige ich dir in diesem Artikel sieben Claude Tricks, die kaum jemand kennt, mit denen du aber sofort besser arbeitest: vom richtigen Modell über den Inkognito-Modus bis zu Projekten, die dir wiederkehrende Aufgaben abnehmen. Ein Hinweis vorab: Dieser Artikel ist nicht mit Anthropic abgesprochen, und gesponsert werde ich auch nicht. Ich benutze Claude einfach jeden Tag, und diese Funktionen sparen mir wirklich Zeit.

Falls du Claude noch gar nicht eingerichtet hast: Geh auf claude.ai und melde dich zum Beispiel mit deinem Google-Konto an. Das ist für den Anfang kostenlos, und du landest direkt im Chatfenster. Was Claude überhaupt ist und wo es herkommt, liest du bei Bedarf in Was ist Claude? nach.

Trick 1: Das richtige Modell wählen

In Claude ist die Modellwahl nicht so offensichtlich wie bei ChatGPT oder Gemini. Wenn du auf den Modellnamen klickst, siehst du drei Varianten: Opus, Sonnet und Haiku. Die Zahlen dahinter sind Versionsnummern, die sich laufend ändern. Die drei Modellarten bleiben, und du solltest wissen, wann du welche einsetzt.

Opus ist das leistungsstärkste Modell. Das nimmst du für anspruchsvolle, komplexe Aufgaben, dafür verbraucht es dein Kontingent am schnellsten. Sonnet ist der Allrounder für die tägliche Arbeit. Haiku nutzt du für ganz einfache Anfragen, etwa wenn du schnell einen Fakt nachschlagen willst, und sparst damit deutlich Kontingent.

Dazu gibt es den Schalter „Erweitertes Denken". Schaltest du ihn ein, denkt das Modell deutlich länger nach und liefert bessere Antworten, verbraucht aber auch mehr von deinem Kontingent.

Ich habe die beiden Extreme mit derselben Frage getestet. Opus mit erweitertem Denken nimmt sich erst einmal Zeit, recherchiert tiefer und liefert die gründlichere Antwort. Haiku kam bei derselben Frage nach rund drei Sekunden zurück, ging dafür aber spürbar weniger in die Tiefe. Beides hat seinen Platz.

Vergleich der drei Claude-Modelle Opus, Sonnet und Haiku nach Einsatzzweck und Kontingent-VerbrauchWelches Claude-Modell wofür?OpusSonnetHaikuLeistungsstärkstes Modellfür komplexe undanspruchsvolle Aufgabenverbraucht am meistenKontingentDer Allrounder fürdeine tägliche Arbeitmeine Empfehlungfür den AlltagDas schnellste Modellfür einfache Anfragenspart am meistenKontingentZusätzlicher Schalter „Erweitertes Denken":längere Denkzeit, bessere Antworten, höherer Verbrauch

Meine Empfehlung: Nutze im Alltag Sonnet ohne erweitertes Denken. Opus und den erweiterten Denkmodus hebst du dir für die wirklich komplexen Aufgaben auf, sofern dein Plan Zugriff darauf hat.

Trick 2: Das Gedächtnis aktivieren

Claude kann sich deinen Stil, deine Vorlieben und deine Art zu arbeiten merken. Dafür gehst du unten links auf dein Profil, dann auf „Einstellungen" und den Reiter „Fähigkeiten". Dort aktivierst du „Gedächtnis aus Chatverlauf generieren". Claude macht sich dann auf Basis deiner vergangenen Chats ein Bild davon, wie du arbeitest und was deine Ziele sind, und schneidet seine Antworten auf deinen Kontext zu.

Der Unterschied ist spürbar: Aus einem generischen Chatbot, der jede Anfrage allgemein beantwortet, wird eine Art persönlicher Assistent.

Wenn du bisher mit ChatGPT gearbeitet hast, musst du übrigens nicht bei null anfangen. Über den Button „Import starten" gibt dir Claude einen Prompt, den du in ChatGPT einfügst. ChatGPT fasst daraufhin alles zusammen, was es über dich weiß, und diese Zusammenfassung kopierst du zurück in Claude. Fertig ist der Umzug. Wie sich die beiden Tools sonst unterscheiden, habe ich in Claude vs. ChatGPT aufgeschrieben.

Und falls dir das Ganze irgendwann nicht mehr geheuer ist: Du kannst die Funktion jederzeit deaktivieren und über „Gedächtnis zurücksetzen" alles löschen, was Claude über dich weiß.

Trick 3: Deine Daten schützen

Mit zwei Einstellungen chattest du mit Claude, ohne sensible Daten an Anthropic preiszugeben. Beide sind extrem wichtig, aber nur die wenigsten nutzen sie.

Die erste findest du unter Einstellungen im Reiter „Datenschutz": die Funktion „Hilft dabei, Claude zu verbessern". Ist sie aktiv, erlaubst du Anthropic, neue KI-Modelle auf deinen Chats zu trainieren. Und sie ist standardmäßig aktiviert. Ich empfehle dir, sie auszuschalten. Damit stellst du sicher, dass künftige Claude-Modelle nicht auf deinen Daten trainiert werden.

Die zweite ist der Inkognito-Modus. Öffne einen neuen Chat und klick oben rechts auf das Geist-Symbol. Die Ränder des Chats werden weiß, und ab jetzt gilt: Dieser Chat wird nicht gespeichert, nicht ins Gedächtnis übernommen und nicht für Training verwendet. Für sensible oder private Themen ist das der richtige Ort.

Ich nutze den Geist-Modus auch, um schnell etwas nachzuschlagen, ohne dass meine Seitenleiste mit Mini-Chats vollläuft, oder wenn Claude eine Frage mal ohne meinen persönlichen Kontext beantworten soll.

Trick 4: Claude mit deinen Apps verbinden

Claude kann direkt mit den Google-Produkten zusammenarbeiten, aber auch mit Notion, Figma und vielen anderen Apps. Das erspart dir das ständige Hin- und Herwechseln. Geh im Chat auf das Plus und dann auf „Konnektoren hinzufügen", und du siehst alle Apps, mit denen sich Claude verbinden kann.

Ein Beispiel aus meinem Alltag: Ich habe Gmail verbunden und Claude gebeten, den letzten E-Mail-Verkehr mit meinem Steuerberater zu suchen und direkt in Gmail einen Antwortentwurf zu formulieren. Claude verbindet sich, liest die Nachricht, holt sich so den Kontext und legt den Entwurf an. Als ich danach in Gmail in die Entwürfe geschaut habe, lag er genau da und war so gut, dass ich ihn fast unverändert hätte abschicken können.

Mein Tipp: Scroll die Konnektoren-Liste einmal in Ruhe durch. Wenn du gerne Präsentationen baust, lohnt sich Gamma. Mit Google Drive holt sich Claude den Kontext direkt aus deinen Ordnern.

Trick 5: Kleine Apps als Artefakte bauen

Das ist mein persönlicher Lieblingstrick. Claude ist besonders gut im Programmieren, und genau deshalb kannst du dir damit einfache interaktive Apps entwickeln lassen, mitten im Chat, ohne eine Zeile Code zu verstehen.

Stell dir vor, du willst mit Sport anfangen und hättest gern einen Fitnessplaner. Dann schreibst du Claude: „Bitte erstelle mir einen Fitnessplaner. Stelle mir vorher entsprechende Fragen." Claude fragt dann nach Hauptziel, Trainingsfrequenz, Equipment, Erfahrung und Zeit pro Einheit. Ich habe Muskelaufbau, dreimal pro Woche, Home Gym, kompletter Anfänger und 30 bis 45 Minuten angegeben.

Nach etwa zwei Minuten war die App fertig: ein Vier-Wochen-Plan mit drei Trainingstagen pro Woche, rund 35 Minuten pro Einheit, und jede Übung lässt sich nach dem Training direkt abhaken. Für den Anfang sah das wirklich klasse aus.

Diese App kannst du dir dauerhaft sichern. Fahr oben rechts über die drei Punkte und wähl „Save as Artifact". Unter dem Menüpunkt „Artefakte" findest du deine App jederzeit wieder, kannst sie öffnen und mit Claude weiter bearbeiten. Es muss natürlich kein Fitnessplaner sein. Wenn es eine kleine App gibt, die du schon immer haben wolltest, ist das der einfachste Weg dahin.

Trick 6: Den Systemprompt richtig nutzen

Claude hat eine Einstellung, in der du einmal festlegst, wer du bist und wie es antworten soll. Diese Informationen berücksichtigt Claude dann in jedem einzelnen Chat. Du findest das Textfeld unter Einstellungen im Reiter „Allgemein".

Bei mir stehen dort Anweisungen wie: Arbeite empathisch und lösungsorientiert. Verwende für Recherchen ausschließlich seriöse Quellen. Bestätige mich nicht in Entscheidungen, die du für unklug hältst. Und, kleiner Insider: Nutze niemals Gedankenstriche.

Ein Hinweis aus Erfahrung: Mach den Systemprompt nicht zu lang. Sonst verwirrst du Claude eher, als dass du ihm hilfst, und verbrennst unnötig Kontingent. Bei mir funktionieren drei bis vier kurze Sätze am besten. Probier einfach aus, was zu deinen Vorlieben passt.

Trick 7: Projekte für wiederkehrende Aufgaben

Der Systemprompt gilt für alle deine Chats. Was aber, wenn du eine ganz bestimmte, wiederkehrende Aufgabe hast, etwa regelmäßig E-Mails schreiben, Berichte im gleichen Stil bearbeiten oder Recherchen nach demselben Muster durchführen? Dafür gibt es die Projekte. Die Skills wären die fortgeschrittenere Variante, aber Projekte sind so einfach und intuitiv, dass ich dir die zuerst zeige.

Öffne links die Seitenleiste, geh auf „Projekte" und dann auf „Neues Projekt". Ein Projekt ist im Kern ein Ort, an dem separate Chats leben, und für diese Chats hinterlegst du eigene Anweisungen und Dateien.

Ich habe mir so einen E-Mail-Generator gebaut. Zuerst habe ich Claude in meinem privaten Account gebeten, aus allen vorherigen Chats einen prägnanten Systemprompt für meinen E-Mail-Stil zu extrahieren. Claude hat dafür dutzende vergangene Unterhaltungen durchsucht. Diesen Prompt habe ich in die Projekt-Anweisungen eingefügt. Dass er länger ist, macht hier nichts, er gilt ja nur für dieses eine Projekt. Dazu habe ich im Projekt den Gmail-Konnektor aktiviert.

Seitdem reicht ein Satz wie „Lade die letzte Anfrage zu den Business-Lizenzen aus meinem Postfach und erstelle einen Entwurf für die Bestätigung". Die Entwürfe klingen wirklich nach mir. Keine Gedankenstriche, keine KI-Floskeln, einfach mein Ton. Du definierst einmal, wie eine Aufgabe gelöst werden soll, und Claude macht es ab dann automatisch so.

Fazit: So startest du am besten

Claude zu meistern ist am Ende gar nicht so schwer. Es geht darum, zu verstehen, was das Tool kann, und es dann sauber einzusetzen. Fang mit der Modellwahl und den beiden Datenschutz-Einstellungen an, das ist schnell erledigt. Danach nimmst du dir das Gedächtnis, ein erstes Artefakt und ein eigenes Projekt vor. Und wenn du danach noch tiefer einsteigen willst, schau dir an, was Claude Cowork kann.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.