Website-Prompt schreiben: die 3-Fragen-Methode für KI
Der Website-Prompt ist der Punkt, an dem sich entscheidet, wie viel Arbeit danach noch auf dich zukommt. Ein KI-Baukasten baut dir aus einem Satz eine Seite, keine Frage. Nur ist diese Seite dann eben so beliebig wie der Satz. Ich gehe deshalb immer nach demselben Gerüst vor: drei Fragen, die dein erster Prompt beantworten muss. Danach zeige ich dir noch die Prompts für die Phase, die fast alle unterschätzen, nämlich das Überarbeiten.
Die drei Fragen als Gerüst
Stell dir vor, du beauftragst eine Agentur. Die würde dich nach genau diesen drei Dingen fragen, bevor sie loslegt. Die KI fragt nicht nach, also lieferst du es einfach mit.
Frage 1: Wer bin ich?
Hier gehören Name, Branche und Ort hinein, dazu deine Zielkunden. Am Beispiel einer Physiotherapiepraxis: "Erstelle eine Website für die Physiotherapiepraxis Weber in Potsdam. Zielkunden sind Berufstätige und Senioren aus der Region."
Die Zielkunden sind der Teil, den fast alle weglassen, und der Teil, der am meisten verändert. Eine Seite für Senioren sieht anders aus als eine Seite für Berufstätige zwischen zwei Terminen. Die KI trifft diese Entscheidungen sowieso, du kannst nur wählen, ob sie es auf gut Glück tut oder mit deiner Information.
Frage 2: Was soll die Seite können?
Jetzt zählst du auf, was es geben soll. Bei der Praxis: eine Startseite mit Terminanfrage, eine Darstellung der Leistungen, eine Teamvorstellung, eine Kontaktseite mit Formular für Terminanfragen. Wenn du Impressum und Datenschutz als eigene Seiten willst, schreib das hier direkt mit dazu.
Sei bei Funktionen konkret. "Kontaktseite" führt zu einer Kontaktseite. "Kontaktseite mit einem Formular für Terminanfragen" führt zu einem Formular, das tatsächlich Anfragen entgegennimmt.
Frage 3: Wie soll die Seite wirken?
Das ist die Frage nach dem Eindruck. Nicht "modern und cool", sondern was jemand fühlen soll, der auf der Seite landet. Bei der Praxis war das: heller, ruhiger und vertrauenswürdiger Stil, Farben Weiß und ein sanftes Grün, klare große Schrift, deutsche Sprache.
Farben und Schriftgröße gehören hier hinein, weil sie sonst später mühsam nachzuziehen sind. Die deutsche Sprache übrigens auch, sonst bekommst du bei manchen Tools englische Platzhaltertexte.
Die Überarbeitung ist die eigentliche Arbeit
Die erste Version ist ein Entwurf, kein Ergebnis. Bevor du irgendetwas veröffentlichst, geh die Seite einmal komplett durch, Seite für Seite, und schreib alles auf, was dir auffällt.
Ein Trick, der das enorm beschleunigt: Nutze die Diktierfunktion im Chat. Du aktivierst das Mikrofon und sprichst einfach herunter, was dir zu jeder Seite einfällt, was fehlt, was raus soll, was anders formuliert gehört. Das wird direkt transkribiert und du schickst es der KI als einen Block. Das ist deutlich schneller als zehn einzelne Nachrichten und die KI sieht alle Änderungen im Zusammenhang.
Für die Überarbeitung nimmst du dieselben drei Fragen nochmal als Checkliste. Erstens: Hat die KI verstanden, wer du bist und was du mit der Seite erreichen willst? Zweitens: Stimmen alle Funktionen, also Startseite, Leistungsübersicht, Über-uns-Seite? Drittens: Ist der Stil so, wie du ihn dir vorgestellt hast?
Prompts für konkrete Änderungen
Bei Elementen, die du direkt anklicken kannst, arbeitest du mit Verweisen statt mit Beschreibungen. Für ein eigenes Foto wählst du das vorhandene Bild aus, lädst deine Datei hoch und schreibst: "Ersetze das ausgewählte Bild durch das im Anhang." Das reicht, weil die Auswahl der KI schon sagt, welches Bild gemeint ist. Du musst also nicht umständlich beschreiben, welches der vier Fotos auf der Startseite du meinst.
Für reine Textkorrekturen lohnt sich der Chat oft gar nicht. Die meisten Baukästen haben einen Schalter für die direkte Bearbeitung, dann änderst du Texte wie in einem Textdokument. Ich nutze die KI für alles, was Struktur oder Design betrifft, und die direkte Bearbeitung für Formulierungen.
Der Datenschutz-Prompt
Ein Impressum kann dir die KI schreiben, wenn du ihr die genauen Angaben gibst. Die Datenschutzerklärung würde ich nicht von der KI formulieren lassen. Nimm einen Datenschutzgenerator, zum Beispiel den von Dr. Schwenke, und lass dir den fertigen Text ausgeben.
Diesen Text kopierst du dann in den Chat mit der Anweisung, ihn in die Datenschutzerklärung einzufügen. Solche Texte sind lang, und viele Baukästen haben ein Zeichenlimit pro Nachricht. Falls du dagegen läufst, teilst du den Text einfach auf zwei bis drei Prompts auf und sagst dazu, dass noch ein Teil folgt.
Der Prompt nach dem Veröffentlichen
Ein Prompt, den fast niemand nutzt, obwohl er direkt Wirkung hat. Sobald die Seite online ist, gehst du zurück in den Baukasten und schreibst: "Ich habe die Webseite veröffentlicht. Hilf mir, sie jetzt für die Google-Suche zu optimieren."
Die KI nimmt daraufhin die nötigen Änderungen an der Seite vor, legt die entsprechenden Dateien an und erklärt dir zum Schluss, wie du die Seite bei Google einreichst. Das ersetzt keine echte SEO-Strategie, aber es erledigt die Basis, an die sonst niemand denkt.
Wenn du den kompletten Ablauf drumherum sehen willst, vom ersten Prompt bis zur eigenen Domain, findest du ihn in KI-Website-Baukasten: eigene Website in 6 Schritten. Und falls du dir noch unsicher bist, ob dein Vorhaben überhaupt eine klassische Website ist, hilft dir Website oder Webanwendung bei der Entscheidung.