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Hermes AI Anleitung: Setup, Telegram und erste Automatisierung

Hermes AI Anleitung: Setup, Telegram und erste Automatisierung – YouTube Video

Hermes ist ein KI-Agent, der sich merkt, was du mit ihm besprichst, und mit jeder Aufgabe besser wird. In dieser Hermes AI Anleitung richten wir ihn komplett ein: vom eigenen Server über das Sprachmodell und Telegram bis zu deiner ersten Automatisierung. Programmieren musst du dafür nicht können, und Vorerfahrung mit Servern brauchst du auch keine.

Falls du erst wissen willst, was Hermes von anderen Agenten unterscheidet: Die Grundlagen zum Gedächtnis und zu den Skills habe ich im Artikel Was ist Hermes AI? erklärt. Hier geht es jetzt um die Praxis.

Der Fahrplan der Hermes-Einrichtung: Server aufsetzen, Sprachmodell verbinden, Telegram koppeln, erste Aufgaben und Skills, dann eine Automatisierung einrichten Schritt 1 Server mit Hermes Schritt 2 Sprachmodell verbinden Schritt 3 Telegram koppeln Schritt 4–5 Erste Aufgabe und Skill Schritt 6 Automatisierung einrichten

Schritt 1: Server mit Hermes aufsetzen

Hermes läuft nicht auf deinem Laptop, sondern auf einem eigenen kleinen Server, einem sogenannten VPS. Das klingt komplizierter, als es ist. Ich hoste alle meine Open-Source-Tools auf hostinger.com, und dort gibt es ein fertiges VPS-Angebot, bei dem Hermes schon vorinstalliert ist. Als Plan empfehle ich dir KVM 2, für den Einstieg reicht theoretisch auch KVM 1.

Beim Bereitstellen legst du einmalig einen Nutzernamen und ein Passwort für Hermes fest. Beides brauchst du gleich, um dich ins Webterminal einzuloggen, also speichere es dir kurz ab. Danach heißt es warten, allerdings nicht lange: Bei mir war der VPS nach rund 20 Sekunden eingerichtet und der Hermes-Agent wurde initialisiert.

Falls du schon einen VPS bei Hostinger hast, geht es noch schneller. Im Menü links unter Docker Manager auf Katalog gehen, nach Hermes suchen, auswählen, Nutzername und Passwort festlegen, bereitstellen. Fertig.

Schritt 2: Das Gehirn verbinden

Öffne jetzt deine Hermes-Instanz und melde dich mit den Zugangsdaten von gerade an. Hermes fragt dich als Erstes, wie du das Ganze einrichten willst. Ich empfehle das Quick Setup. Du navigierst mit den Pfeiltasten und bestätigst mit Enter.

Dann kommt die wichtigste Entscheidung: das LLM, also das Sprachmodell, das als Gehirn deines Agenten arbeitet. Die langfristige Idee von Hermes ist, hier ein Open-Source-Modell zu verwenden, damit gar keine Daten nach draußen gehen. Für den Einstieg empfehle ich dir trotzdem, dich mit deinem ChatGPT-Abo anzumelden oder einen API-Key von OpenAI oder Anthropic zu nutzen. Damit bekommst du aktuell die beste Leistung und kannst sofort loslegen, ohne dich erst um ein eigenes Modell kümmern zu müssen. Sei dir nur bewusst: Deine Anfragen laufen dann im Hintergrund über ChatGPT. Das Modell kannst du später jederzeit gegen ein selbst gehostetes austauschen.

Für die Anmeldung mit dem ChatGPT-Abo wählst du OpenAI Codex. Bevor du auf den Login-Link klickst, musst du eine Einstellung in deinem ChatGPT-Konto ändern: unten links auf dein Profil, dann Einstellungen, dann der Reiter Sicherheit. Dort scrollst du nach unten und aktivierst den Punkt "Autorisierung per Gerätecode für Codex".

Jetzt zurück zu Hermes. Klick auf den Link, melde dich mit deinem OpenAI-Konto an und gib den Code ein, der dir im Terminal angezeigt wird. Danach wählst du noch das Modell aus. Nimm einfach das neueste, das dir angeboten wird, bei mir war das GPT 5.5.

Schritt 3: Telegram verbinden

Du kannst mit Hermes direkt im Terminal chatten, das funktioniert einwandfrei. Deutlich praktischer ist aber die Anbindung an eine Nachrichten-App, dann erreichst du deinen Agenten vom PC, Handy oder Tablet aus. Ich zeige es dir mit Telegram, Discord geht genauso.

Im Setup markierst du bei den Plattformen Telegram mit der Leertaste und bestätigst mit Enter. Hermes fragt dann nach einem Bot-Token, und das bekommst du so:

  1. Öffne Telegram und starte einen Chat mit dem BotFather.
  2. Schick ihm /newbot und gib deinem Bot einen Anzeigenamen, zum Beispiel Hermes.
  3. Wähle einen eindeutigen Usernamen. Wichtig: Er muss auf "bot" enden.
  4. Der BotFather antwortet mit einem Token. Kopiere es und füge es in Hermes ein. Dass es dort nicht angezeigt wird, ist normal, einfach Enter drücken.

Damit dein Bot nur auf deine Nachrichten reagiert, braucht Hermes noch deine Telegram-User-ID. Die bekommst du, indem du in Telegram einen Chat mit dem userinfobot startest. Er schickt dir die ID direkt in der ersten Nachricht. Kopieren, in Hermes einfügen und die Frage "Use your user ID as channel" mit ja bestätigen.

Falls du Telegram im Setup übersprungen hast: kein Problem. Schreib deinem Hermes-Agenten einfach später im Chat, dass du Telegram einrichten willst, dann führt er dich durch dieselben Schritte.

Schritt 4: Die ersten Nachrichten

Zeit für den ersten Test. Schreib deinem Agenten einfach mal Hi. Standardmäßig antwortet Hermes auf Englisch, das ändern wir direkt: "Bitte merke dir, dass wir ab jetzt auf Deutsch sprechen."

In der Antwort siehst du dann direkt, wie Hermes tickt: Er zeigt an, dass er sein Memory aktualisiert hat, mit dem Eintrag, dass du Gespräche auf Deutsch bevorzugst. Er merkt sich solche Dinge automatisch, ohne dass du eine Einstellung suchen musst.

Den Beweis liefert der Befehl /new. Damit startest du eine frische Session, das Kontextfenster wird komplett zurückgesetzt. Wenn du danach wieder Hi schreibst, antwortet Hermes trotzdem auf Deutsch. Die Präferenz hat den Neustart überlebt.

Schritt 5: Eine komplexe Aufgabe und dein erster Skill

Hermes erstellt sich nach komplexen Aufgaben automatisch sogenannte Skills, also Anleitungen, wie er dieselbe Aufgabe beim nächsten Mal besser löst. Um dir das zu zeigen, habe ich ihm eine bewusst vielschichtige Aufgabe gegeben:

"Durchsuche die aktuellen Top 10 Stories von Hacker News, lies dir die Artikel durch und fasse jeden in zwei bis drei Sätzen zusammen. Bewerte sie danach, wie relevant sie für KI und Automatisierung sind. Erstelle aus den Top 3 ein Audio-Briefing und schick mir das zusammen mit einer kurzen Textfassung."

Der erste Durchlauf hat knapp vier Minuten gedauert, inklusive ein paar Problemen mit der Telegram-Verbindung. Das Ergebnis kam trotzdem an: die drei relevantesten Themen als Text plus eine Audio-Zusammenfassung. Die war allerdings auf Englisch. Also habe ich nachgesteuert: "Bitte sorge dafür, dass die Audio-Zusammenfassung auf Deutsch ist, und aktualisiere deinen Skill." Beim zweiten Anlauf stimmte die Sprache, aber die Stimme klang noch nicht deutsch, also habe ich noch eine Korrektur hinterhergeschickt.

Jede dieser Korrekturen ist dabei in den Skill geflossen, den sich Hermes im Hintergrund angelegt hatte, bei mir hieß er Telegram Bot Delivery. Als ich die Session mit /new zurückgesetzt und exakt dieselbe Aufgabe noch einmal gestellt habe, hat Hermes zuerst diesen Skill geladen und wusste sofort, welche Schritte und Tools nötig sind. Ergebnis: 1 Minute und 41 Sekunden statt knapp vier Minuten, und das Audio kam direkt auf Deutsch.

Schritt 6: Daraus eine Automatisierung machen

Aus so einem eingeübten Ablauf machst du mit einem einzigen Satz eine Automatisierung: "Führe diese Aufgabe jetzt jeden Tag um 18 Uhr aus." Hermes bestätigt kurz, und ab dann bekommst du dein Briefing täglich, ohne noch etwas tun zu müssen.

Deine laufenden Automatisierungen siehst du jederzeit ein. Entweder mit dem Befehl /cron und der Eingabe list, oder du fragst in normaler Sprache: "Welche wiederkehrenden Aufgaben sind gerade geplant?" Beides zeigt dir die geplanten Jobs samt dem Skill, den Hermes dafür nutzt.

Wenn du solche Abläufe lieber visuell in einem Workflow-Tool baust, schau dir als Alternative an, wie du einen KI-Agenten in n8n erstellst. Hermes ist dafür der gesprächigere Weg.

Die wichtigsten Befehle im Überblick

Ein paar Grundbefehle solltest du kennen, wenn du regelmäßig mit Hermes arbeitest:

Hermes zeigt dir außerdem immer die aktuelle Größe deines Kontextfensters an. Nach meinen ersten Chats waren das rund 10.000 von einer Million Token, also ungefähr ein Prozent.

Wie du jetzt weitermachst

Mein wichtigster Tipp zum Schluss: Bau nicht einfach mein Beispiel nach. Nimm dir stattdessen Zettel und Stift, geh durch deinen Tag und schreib alle Aufgaben auf, die sich theoretisch automatisieren lassen. Am Abend machst du ein Foto davon, lädst es bei Hermes hoch und fragst ihn, welche davon er dir abnehmen kann. So lernst du Automatisierung nicht nur in der Theorie, sondern an deinem echten Alltag.

Und falls du Blut geleckt hast: Ich habe Hermes zum Test ein persönliches Performance-Dashboard bauen lassen, das Ziele in Meilensteine herunterbricht und täglich über den Bot aktualisiert wird. Nach etwa zehn Minuten stand die erste Version. Solche Projekte zeigen ganz gut, was ein KI-Agent heute schon leisten kann, wenn man ihm etwas Freiraum gibt.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.