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Claude Code richtig nutzen – Arbeitsmodi, Slash-Befehle und Tipps

Claude Code einzurichten ist der einfache Teil. Der Unterschied zwischen „mal ausprobiert" und „spart mir jede Woche Stunden" liegt in ein paar Funktionen, die Einsteiger oft übersehen: den Arbeitsmodi, dem Kontextfenster und der Zusammenarbeit mit GitHub. Genau die schauen wir uns in diesem Artikel an.

Falls du Claude Code noch nicht eingerichtet hast, starte am besten mit der Einsteiger-Anleitung und komm danach hierher zurück.

Die 5 Arbeitsmodi von Claude Code

Die Arbeitsmodi steuern, wie oft Claude dich um Erlaubnis fragt, bevor er etwas tut. Insgesamt gibt es fünf, am Anfang sind drei davon freigeschaltet:

  1. Nach-Erlaubnis-fragen-Modus (Standard): Claude fragt bei so gut wie jeder Aktion nach, ob er eine Datei erstellen, bearbeiten oder einen Befehl ausführen darf. Sicher, aber auf Dauer kleinteilig.
  2. Änderungen-akzeptieren-Modus: Claude erstellt und bearbeitet Dateien selbstständig, fragt aber bei sensiblen Aktionen weiterhin nach. Das ist der Modus, den ich dir für den Anfang empfehle.
  3. Planmodus: Claude darf nichts verändern, nur lesen und einen Plan erstellen. Perfekt, um größere Projekte erst durchdenken zu lassen, bevor irgendetwas passiert.
  4. Auto-Modus: Claude entscheidet selbst, welche Befehle sicher sind und bei welchen er dich fragen sollte. Eine Weiterentwicklung des Änderungen-akzeptieren-Modus.
  5. Berechtigungen-umgehen-Modus: Claude darf alles, ohne Einschränkungen.

Die Modi 4 und 5 schaltest du in den Einstellungen unter „Claude Code" frei.

Meine ehrliche Einschätzung zum letzten Modus: Für die ersten zwei Wochen lass die Finger davon. Danach wirst du merken, dass Claude in der Regel sehr vorsichtig arbeitet. Ich selbst nutze bei einfachen Projekten inzwischen meist den Berechtigungen-umgehen-Modus, und in meiner gesamten Arbeit mit Claude Code gab es vielleicht zwei, drei Situationen, in denen er etwas zu schnell umgesetzt hat. Kritisch oder unumkehrbar war davon nichts. Für den Einstieg und für größere Projekte bleiben trotzdem der Änderungen-akzeptieren-Modus und der Planmodus die richtige Wahl.

Das Kontextfenster: Die wichtigste Daumenregel

Das Kontextfenster ist, einfach gesagt, wie voll dein Chat ist, verglichen mit dem, was Claude maximal verarbeiten kann. Du findest es über den kleinen blauen Kreis unten rechts. Dort siehst du auch, wie viel von deinem Fünf-Stunden-Limit und deinem Wochenlimit du verbraucht hast.

Warum das wichtig ist: Je länger dein Chat, desto mehr Kontingent verbraucht jede neue Nachricht. Bei einem fast leeren Kontextfenster kostet dich eine Nachricht deutlich weniger Plan-Nutzung als bei einem vollen.

Daraus folgt meine Daumenregel:

Den Chat setzt du mit dem Befehl /clear zurück, oder du öffnest einfach eine neue Session. Das Schöne dabei: Claude Code hat über deinen Projektordner weiterhin Zugriff auf alle Dateien, und das reicht ihm in der Regel, um ohne lange Erklärungen direkt weiterzuarbeiten.

Slash-Befehle: Nützlich, aber kein Muss

Wenn du in Claude Code ein / eintippst, öffnet sich eine Liste von Befehlen. Die wichtigsten drei:

Ehrliche Einordnung: In der App-Oberfläche sind Slash-Befehle kein Game-Changer. Es reicht, zu wissen, dass es sie gibt.

GitHub: Der Punkt, der alle am Anfang verwirrt

GitHub ist, ganz einfach gesagt, ein Server im Internet, auf dem Versionen deines Projekts gespeichert werden. Warum dich das auch als Nicht-Entwickler betrifft: Wenn du nur lokal arbeitest, kommst du irgendwann an den Punkt, an dem eine Änderung etwas kaputt macht und du nicht mehr zurückkannst. Mit einer Versionierung springst du einfach auf den letzten funktionierenden Stand zurück.

Die Begriffe sortiert: Git ist das Werkzeug, das Versionen automatisch speichert. GitHub ist Git in der Cloud. Dein Projekt liegt dort in einem sogenannten Repository, das du privat stellst, sodass nur du Zugriff hast. Öffentlich wird da nichts.

Das Beste: Du musst GitHub nicht selbst bedienen. Du erstellst dir einmal einen GitHub-Account und schreibst Claude dann einfach:

Bitte verbinde dieses Projekt mit GitHub und erstelle ein privates Repository, auf das nur ich Zugriff habe.

Den Rest macht Claude in der Regel vollautomatisch. Am Anfang wirkt GitHub wie eine unnötige Erweiterung. Je mehr du mit Claude Code arbeitest, desto klarer wird, warum es zu den absoluten Basics gehört.

Der Workflow für größere Projekte

Bei größeren Vorhaben, etwa einer eigenen Website, hat sich bei mir dieser Ablauf bewährt:

  1. Kontext sammeln im normalen Claude-Chat („Fasse zusammen, was du über mich weißt, was für diese Website relevant wäre")
  2. Varianten erzeugen in Claude Code („Gib mir drei verschiedene Layouts")
  3. Planmodus nutzen: Zum Favoriten einen Plan ausarbeiten lassen und selbst drüberschauen, das verbessert auch Claudes Ergebnis spürbar
  4. Umsetzen lassen, auf GitHub sichern, online stellen
  5. Neue Features immer zuerst lokal testen, erst nach dem Check live stellen

Mit diesem Muster hat mich die erste Version meiner Website rund 30 Minuten gekostet, inklusive Einrichtung beim Hosting-Anbieter, bei dem sich Claude selbst durchgeklickt hat.

Fazit

Drei Dinge bringen dich von „ausprobiert" zu „produktiv": der passende Arbeitsmodus für die Situation, ein Chat, der nicht endlos wächst, und GitHub als Sicherheitsnetz. Alles andere kommt mit der Übung. Wenn du noch einmal die Grundlagen nachlesen willst: Was ist Claude Code? erklärt das Konzept, die Einsteiger-Anleitung führt dich durch die Einrichtung.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.