Website mit KI erstellen: Voraussetzungen, Kosten und Ablauf
Eine Website mit KI erstellen kann heute wirklich jeder, auch ohne technischen Hintergrund. Was früher Agenturen oder teure Baukästen erledigt haben, übernimmt inzwischen ein KI-Agent, der den kompletten Code für dich schreibt. In diesem Artikel klären wir die Grundlagen: was du brauchst, was es kostet und wie der Weg von der Idee bis zur eigenen Domain aussieht.
Die zwei Bausteine: KI-Agent und Server
Du brauchst eigentlich nur zwei Dinge. Erstens ein Tool, also einen KI-Agenten, der die Website für dich erstellt. Und zweitens einen Server, einen Ort, auf dem deine Website läuft, damit sie jederzeit erreichbar ist.
Eine Website ist am Ende des Tages nur Code. Der KI-Agent schreibt diesen Code zunächst lokal auf deinem Rechner. Dort kannst du die Seite testen und anpassen, ohne dass sie online ist. Wenn du zufrieden bist, bringst du den Code auf einen Server, und ab dann ist deine Website unter deiner Domain erreichbar. Mehr passiert da nicht, es ist kein Hexenwerk.
Welcher KI-Agent eignet sich?
Ich empfehle Claude Code, den KI-Agenten von Anthropic. Er ist einer der mächtigsten KI-Agenten überhaupt und trotzdem simpel zu bedienen. Falls du noch nie davon gehört hast: Was Claude Code genau ist, habe ich in einem eigenen Artikel erklärt. Alternativ funktioniert auch Codex, der Ablauf ist im Prinzip derselbe.
Wichtig zu verstehen: Du programmierst dabei nicht selbst. Du beschreibst in normalem Deutsch, was du willst, und die KI setzt es um. Diese Arbeitsweise nennt sich auch Vibe Coding. Deine Rolle ist eher die eines Managers, der seinem KI-Entwickler gute Anweisungen gibt. Claude Code ist ohnehin ein Tool, das sich zu meistern lohnt, wenn du besser mit KI werden willst.
Was kostet eine Website mit KI?
Die Kosten setzen sich aus zwei Posten zusammen: dem KI-Tool und dem Hosting.
Für Claude Code brauchst du den Claude-Pro-Plan. Der kostet 15 Euro im Monat, bei monatlicher Zahlung 18 Euro. Mein Tipp, wenn du unsicher bist: Hol dir Pro für einen Monat, entwickle deine Website und kündige danach wieder. Dann hast du für die Entwicklung einer kompletten Website einmalig 18 Euro gezahlt.
Beim Hosting nutze ich seit Jahren das Business-Webhosting von Hostinger, für rund 4 Euro im Monat. Damit kannst du bis zu 50 Websites hosten, und eine Domain gibt es im ersten Jahr gratis dazu. Zum Vergleich: Ich habe meine Webseiten früher über Webflow erstellt und gehostet und dort allein 25 Dollar im Monat gezahlt, mit gerade mal 10 GB Bandbreite. Claude Code plus klassisches Webhosting ist die deutlich günstigere Kombination, und du hast gleich eine fortschrittliche KI an Bord, wenn du später etwas ändern willst.
Brauchst du Vorkenntnisse?
Nein. Ich verspreche dir, du brauchst keine technischen Vorkenntnisse. Zwei Dinge machen den Einstieg besonders leicht.
Da ist zum einen der Plan-Modus: Claude Code erstellt zuerst nur ein Konzept für deine Website und programmiert noch nichts. Du liest den Plan, gibst Feedback, und erst dann wird gebaut. Zum anderen der einfache technische Aufbau: Für eine erste Website reicht es völlig, nur mit HTML, CSS und JavaScript zu arbeiten. Das hält alles überschaubar.
Der einzige Teil, vor dem viele Respekt haben, ist das Online-Bringen. Früher, also bevor es KI gab, fand ich den auch am schwierigsten. Heute schiebst du die fertigen Dateien in einen Ordner namens public_html auf deinem Server, und die Seite läuft.
So sieht der Ablauf aus
Grob läuft es in vier Schritten ab. Du legst einen leeren Projektordner an und verbindest ihn mit Claude Code. Im Plan-Modus beschreibst du deine Website und beantwortest ein paar Rückfragen. Dann setzt Claude Code den Plan um, bei mir hat das etwa 30 Minuten gedauert. Zum Schluss lädst du die Dateien auf deinen Server, entweder manuell oder sauber über GitHub, das sich automatisch mit dem Server synchronisiert.
Jeden dieser Schritte gehe ich in meiner Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Website mit Claude Code im Detail durch, inklusive Hosting-Einrichtung und GitHub-Anbindung.
Noch ein Wort zur Haltbarkeit dieses Wissens: Die KI-Modelle ändern sich ständig, und die Websites, die dabei herauskommen, werden im Laufe der Zeit immer besser. Der Ablauf selbst bleibt aber gleich, also erst planen, dann bauen, dann auf den Server bringen. Was du dir hier einmal aneignest, veraltet nicht so schnell.
Für wen lohnt sich das?
Ehrlich gesagt: für fast jeden. Eine persönliche Website mit Portfolio ist fast immer vorteilhaft, egal ob du einen besseren Job suchst oder Kunden gewinnen willst. Personaler nehmen dich präsenter wahr, Kunden vertrauen dir mehr. Und es ist ein ziemlich cooles Gefühl, den eigenen Namen zu googeln und ganz oben die eigene Website zu sehen.
Genauso gut kannst du natürlich eine Seite für ein Produkt, einen Verein oder eine Firma bauen. Der Ablauf bleibt derselbe. Dazu kommt: Der Umgang mit KI-Agenten ist genau die Fähigkeit, die dich gerade auf dem Jobmarkt gut aufstellt, und eine eigene Website ist der sichtbarste Beweis, dass du sie beherrschst.
Fazit
Die Hürde für eine eigene Website war noch nie so niedrig: 18 Euro für die KI, rund 4 Euro im Monat für den Server und ein Nachmittag Zeit. Die erste Version muss nicht perfekt sein, online sein zählt. Verfeinern kannst du später immer noch, dein KI-Agent bleibt ja an deiner Seite.