Jonas Keil
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Jonas Keil Jonas Keil 5 Min. Lesezeit

ChatGPT Work: Modell und Aufwand richtig einstellen

Zwei Beschwerden höre ich zu ChatGPT immer wieder: Die Antworten sind schlechter als erwartet, und das Nutzungslimit ist viel zu schnell erreicht. Beides hat oft dieselbe Ursache, und die sitzt an einer Stelle, die viele nie anfassen. Wenn du in ChatGPT Work das Modell und den Aufwand bewusst einstellst, löst du beide Probleme gleichzeitig. Das kostet dich zwei Klicks und verändert deine Ergebnisse spürbar.

Was der Aufwand überhaupt regelt

In der Chatleiste findest du die Aufwandseinstellung. Sie bestimmt, wie lange das Modell über seine eigene Antwort nachdenkt, bevor es dir etwas ausgibt. Die Stufen reichen von leicht über mittel und hoch bis zu sehr hoch und max.

Die naheliegende Annahme lautet: Bei leicht kommt schnell etwas Mittelmäßiges, bei max kommt langsam etwas Hervorragendes. Ein Schieberegler für Qualität also, und man müsste ihn nur weit genug nach rechts ziehen. So einfach ist es leider nicht, und genau daran verbrennen die meisten ihr Kontingent.

Denn mehr Denkzeit hilft nicht jedem Modell gleich viel. Wie stark ein Modell davon profitiert, hängt davon ab, wie groß es ist und wie es gebaut wurde. Der Regler funktioniert deshalb nur zusammen mit dem Modell, das darunter läuft. Wer nur an ihm zieht und das Modell ignoriert, dreht meistens am falschen Knopf.

Woran du merkst, dass die Kombination bei dir nicht stimmt: Entweder bist du schon mittags am Limit, obwohl du nur ein paar Aufgaben abgegeben hast. Oder die Antworten bleiben flach, und du hängst in Nachfrageschleifen, um dahin zu kommen, wo du eigentlich hinwolltest. Der erste Fall spricht für zu viel Aufwand beim großen Modell, der zweite für zu wenig.

Das Standardmodell gehört auf hoch

Das Standardmodell der 5.6-Reihe arbeitet am besten im Hochmodus. Nach oben lohnt es sich nicht: Sehr hoch oder max bringt dir keine wirklich besseren Ergebnisse, kostet aber deutlich mehr Kontingent. Das ist der teuerste Fehler, den man mit diesem Regler machen kann, weil man dafür nicht einmal etwas zurückbekommt.

Nach unten sieht es genauso ungünstig aus. Im Leicht- oder Mittelmodus sparst du zwar Kontingent, bekommst im Vergleich zum Hochmodus aber deutlich schwächere Antworten. Du zahlst also mit Qualität für eine Ersparnis, die klein ausfällt.

Bleibt hoch als das beste Verhältnis aus Leistung und Verbrauch. Wenn du dir nur eine Sache aus diesem Artikel merkst, dann diese.

Ein Detail noch, das leicht übersehen wird: Neben der Aufwandsstufe gibt es beim Blitzsymbol die Möglichkeit, die Geschwindigkeit zu erhöhen. Das ist bequem, verbraucht aber doppelt so viel Kontingent wie der normale Modus. Für den Alltag ist das selten den Preis wert.

Der Geheimtipp heißt Luna auf max

Interessant wird es beim zweiten Modell. 5.6 Luna ist wesentlich kleiner als das Standardmodell. Nach der üblichen Logik müsste es also schwächer abschneiden. Bei Luna dreht sich die Sache aber um: Es profitiert enorm vom höheren Denkaufwand. Hier lohnt es sich tatsächlich, den Regler bis auf max zu ziehen.

Das Ergebnis ist die Kombination, die unter Vielnutzern gerade beliebt ist. In Luna Max bekommst du sehr starke Ergebnisse und verbrauchst dabei nur wenig Kontingent. Die McKinsey-Präsentation, die ich in den 8 ChatGPT Work Tricks baue, ist genau so entstanden.

Empfehlung für Modell und Aufwand: Das Standardmodell der 5.6-Reihe läuft am besten im Hochmodus, sehr hoch und max lohnen sich dort nicht. Das kleinere Modell 5.6 Luna liefert im Max-Modus starke Ergebnisse bei geringem Verbrauch.Standardmodell 5.6leicht und mittel: schwächerhoch: beste Wahlsehr hoch und max: mehrVerbrauch ohne echten GewinnStandard für den AlltagKleines Modell 5.6 Lunaprofitiert stark vom Nachdenkenmax: beste Wahlstarke Ergebnisse beisehr geringem Verbrauchwenn das Kontingent knapp wird

So stellst du es um

Der Weg dahin ist kurz. Du klickst in der Chatleiste auf die Aufwandseinstellung, gehst dort auf dein Modell und wählst 5.6 Luna aus. Danach ziehst du den Schieberegler auf max, und das war es.

Zum Zurückschalten machst du dasselbe in die andere Richtung: Modell auf den Standard, Regler auf hoch. Ich behandle das als Entscheidung pro Aufgabe und nicht als Einstellung, die ich einmal setze und dann vergesse.

Meine Faustregel für den Alltag

Ich fahre mit zwei Voreinstellungen, und mehr brauche ich selten. Standardmäßig läuft das Standardmodell im Hochmodus. Wenn ich merke, dass es ein langer Tag mit vielen Aufgaben wird oder ich schon nah am Limit bin, wechsle ich auf Luna im Maxmodus und arbeite dort weiter.

Für längere Aufträge, bei denen das Tool ohnehin ein paar Minuten braucht, greife ich inzwischen fast immer zu Luna. Die Wartezeit spüre ich bei einer Präsentation oder einer Recherche kaum, das gesparte Kontingent dagegen schon. Bei kurzen Zwischenfragen, auf die ich sofort eine Antwort will, bleibe ich beim Standardmodell.

Was dabei hilft: Aufgaben nicht alle in einen einzigen Chat zu kippen. Wenn du an einen Punkt kommst, an dem du in zwei Richtungen gleichzeitig weiterwillst, kannst du in ChatGPT Work über die drei Punkte einen Chat ab dieser Stelle kopieren und beide Stränge parallel laufen lassen. Das spart Zeit, weil sich die Aufgaben nicht gegenseitig im Weg stehen.

Warum das gerade in Work so viel ausmacht

Im normalen Chat merkst du von dieser Einstellung wenig, weil du meistens eine Frage stellst und eine Antwort bekommst. Der Work-Modus arbeitet anders. Dort erledigt ein KI-Agent mehrere Schritte hintereinander: Er lädt Werkzeuge, baut eine erste Version, prüft sie noch einmal für sich und schreibt am Ende ein Ergebnis. Jeder dieser Schritte kostet Denkzeit, und die Einstellung wirkt auf alle.

Deshalb schlägt die richtige Kombination hier viel stärker durch als im reinen Chatbetrieb. Wenn du wissen willst, was hinter dem Work-Modus steckt, findest du das in Was ist ChatGPT Work?. Und wenn du das Tool danach in deine Dateien lassen willst, geht es in der ChatGPT Work Desktop App weiter.

Jonas Keil
Jonas Keil Ich zeige dir, wie du KI wirklich für dich nutzt. Jede Woche neu auf YouTube, Schritt für Schritt lernst du alle Essentials im KI-Kompass.